Donnerstag, 25. August 2016

Pfirsische bekommen


Pfirsische bekommen.


Marmelade gekocht.
Kerne gepflanzt.

***
Ein Jahr später:

Nächstes Jahr:
Vielleicht erste eigene Ernte


Staunen
So einfach geht das!

Dienstag, 9. August 2016

Straßenborder oder die Sache mit dem Namen


Sommerlicher Blick vom "Amiche" über Selzen bis zum Petersberg/Gau-Odernheim

Neulich war ich unterwegs auf dem "Amichen". Das Amiche ist ein Radweg in Rheinhessen. Bis 1989 fuhren hier noch Züge von Alzey nach Mainz. Dann wurden die Gleise abgebaut, der Weg geteert und für Zweiräder freigegeben. Woher der Name Amiche kommt ist nicht ganz klar, aber man sagt, hier sei sehr oft eine Frau namens Annemarie mit der Bahn unterwegs gewesen. Hm, na ja ... aber basst! Schließlich bin ich dort oft mit dem Rad unterwegs und heiße auch Annemarie.

Übrigens: Das Amiche ist sogar bei Wikipedia

Aber ich wollte ja was ganz anderes erzählen:

Auf dem Amiche fiel mir am Wegesrand wieder eine schöne "Straßenborder" auf. Dort wuchsen dicht beieinander viele Taubenkropfleimkraut-Pflanzen.


Leider war die Blüterzeit schon fast vorbei. Schade, denn besonders nachst verströmen diese einen wunderbaren Duft, der die Nachtfalter anlocken soll. Trotzdem sah die Border immer noch schön aus: wegen der aufgeblasenen "Taubenkröpfen".





Botanisch heißt das Taubenkropfleimkraut Silene vulgaris. Und wenn wir schon bei Namen sind: Silene kommt von Silenos. Und Silenos war ein ein Wegbegleiter von  Bacchus, der in der griechischen Mythologie auch unter dem Namen Dionysos bekannt ist. Mehr noch: Silenos war der Lehrer von Bacchus. Und von beiden ist bekannt dass sie gerne mal einen über den Durst hoben.

Der alte Silenos musste oft als Motiv bei den "Alten Meistern" herhalten. Die haben ihn gerne als betrunkenen dicken, alten Mann mit "Riesenplautze"dargestellt.
Ist sie etwa der Namensbezug zu unserer schönen anmutigen Silene? Hat der Namensgeber den "dicken Wanst" mit den aufgeblasenen Kelchröhren des Taubenkropfleimkrautes verglichen? Wir wissen es nicht!

Mir ist dann der Vergleich  mit dem Taubenkropf lieber: der satte dicke Kropf einer weißen Taube.



Donnerstag, 4. August 2016

Straßenborder - oder warum ich doch lieber beim Glas bleibe


Wenn ihr irgendwo einmal dieses gelbe Fahrrad seht: bitte lasst es stehen. Es gehört zu mir und sicherlich bin ich ganz in der Nähe in einem Straßengraben und fotografiere gerade mal wieder die faszinierende Welt der Straßenborder. 


Die Pflanzen, die dort gedeihen, sind im Garten meistens unbeliebt! Doch hier, am Wegesrand dürfen sie wachsen und sich entfalten.
Und einfach nur schön und nützlich sein!

Ungeachtet von vorbeifahrenden Autos sind sie wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten.

Da ist zum Beispiel die gemeine Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Sie liefert reichlich Nektar und Pollen für Bienen, Käfer und Schmetterlinge und sie hat sogar ihren eigenen Nachtfalter - den Windenschwärmer.Und das Weibchen der Spiralhornbienen ernährt sich ausschließlich von den Pollen der Ackerwinden. Das ist doch erstaunlich, oder?


Im Garten ist sie eine der meist gefürchtesten Unkräuter! Keiner möchte sie gerne im Beet haben und dort wo sie auftaucht, wird sie gnadenlos ausgerottet. Doch hier am Straßenrand darf sie wachsen.


Sieht sie nicht hübsch aus? Mit ihrem weißen Stern im rosa Gewand ...

Es gibt eine schöne Legende über diese Blume, die die Gebrüder Grimm aufgeschrieben haben:

Ein Mann hatte sich mit einer großen Ladung Wein am Wegrand festgefahren. Nichts ging mehr. Da kam die Mutter Gottes und sagte: "Ich will dir helfen! Ich habe Durst. Bitte gib mir etwas von dem köstlichen Getränk!" "Das würde ich gerne tun!", antwortete der Mann, "aber ich habe kein Glas!" Da bückte sich Maria und pflückte am Wegesrand eine kleine kelchartige Blume und sprach: "Nimm diese und schenk ein!" Gesagt, getan. Der Mann  schenkte ein und in dem Moment, wo Maria trank, löste sich der Wagen und der Mann konnte endlich seinen Weg fortsetzen. Die Blume - eine Ackerwinde - wird seit dieser Zeit Muttergottesgläschen genannt.

Ich würde ja schwören, dass die Gottesmutter bei uns in Rheinhessen unterwegs war und alles für einen guten Wein getan hätte ...

In manchen Erzählungen über diese Blume heißt es, dass es Rotwein war, was der Fuhrmann der Muttergottes gab und man sagt, dass die Spuren des Roten Weines noch heute auf den Muttergottesgläschen sichtbar sind. Was ist jedoch mit den reinweißen Blümchen? Hatte der Winzer auch weißen Wein dabei?


Maria war sehr bescheiden. Ihr reichte der kleine Blütenkelch um ihren Durst zu stillen Mir wäre da die Blüte einer Zaunwinde (Calystegia sepium) lieber gewesen - in die hätte wenigstens doppelt so viel hineingepasst ...


Aber am allerliebsten ist mir dann doch das Glas? Warum? Na weil da noch mehr reinpasst ...







Samstag, 23. Juli 2016

Nacht der Semperviven

In der Semperecke Nr. 71 nehme ich Euch mit auf eine 
Reise zu den Semperviven bei Nacht.


Zur Semperecke Nr. 71
Alle Semperecken auf einem Blick

Sonntag, 10. Juli 2016

Blick-Fang Zuckerrübe


Letztens fuhr ich mit meinem Fahrrad durch die Ackerkulturlandschaft von Rheinhessen. Das kann unter Umständen ganz schön lanweilig sein - besonders wenn man an Zuckerrübenfeldern vorbeiradelt: Zuckerrüben - so weit das Auge reicht ... nichts anderes.

Doch plötzlich wurde mein Blick von etwas ungewöhnlichem eingefangen und ich musste einfach nochmal zurück:



es waren ein paar rote Blätter im sonst so eintönig grünen Rübenmeer.


Die Früchte der Rüben (also nicht der Wurzeln) sind seit der Jungsteinzeit bekannt. Man vermutet, dass damals nur die Blätter und Stängel gegessen wurden. Das ist gar nicht so verwunderlich, da die Zuckerrübe mit dem Mangold verwandt ist.

Rüben wurden bereits in den hängenden Gärten von Semiramis angebaut. Auch die alten Griechen und Römer kannten sie. Die Römer nannten die Rüben "Beta" und sie kannten helle und dunkle Sorten. Aus der dunklen Sorte entwickelte sich später die Rote Bete.

Bis zum 16 Jh. wurden hauptsächlich nur die Stiehle und Blätter als Nahrungsmittel für Mensch und Tier genutzt. Dann erkannte man, dass man aus den Wurzeln einen süßen Sirup gewinnen konnte. Es dauerte noch bis ins 19. Jahrhundert bis man aus den Rüben den Zucker produzierte den man heute kennt.
(Quelle: Wikipedia)

Wer weiß - vielleicht ist meine Rote Rübe vom Fahrradweg eine Mutation zurück in die Vergangenheit - in die Zeit der Römer.Und eines würde mich noch interessieren: kann man aus den Blättern der Zuckerrübe immer noch ein leckeres Gemüse herstellen? Ein Versuch wäre es mal wert.